Viele Führungskräfte nehmen sich vor, die eigenen Mitarbeiter selbst voranzubringen. Doch immer wieder kommt dabei Enttäuschung auf, wenn die Mitarbeiter sich nicht so schnell entwickeln wie erhofft. Wollen Sie Ihre Führungsarbeit in diesem Punkt wirksamer gestalten, dann lassen Sie sich von diesen drei Erfolgsfaktoren anregen.
Erfolgreiche Mitarbeiterentwicklung im Alltag: Erfahren Sie hier 6 erprobte Insider Tipps
Erfolgsfaktor 1: Balance zwischen Übung und Vermeidung
Wenn Sie sich einmal anschauen, was Mitarbeiterentwicklung im Alltag im Grunde ist, kommen Sie zu zwei grundlegenden Aufgaben:
- Sie helfen Ihren Mitarbeitern, erfolgreiche Verhaltensweisen und Techniken häufiger einzusetzen, also etwas zu tun.
- Und Sie trainieren, Erfolg hemmende Verhaltensweisen möglichst zu vermeiden, also etwas nicht mehr zu tun.
Daraus ergibt sich ein wichtiges Erfolgsgeheimnis: Finden Sie die Balance zwischen beiden Aufgaben! Trainieren Sie in gleichem Maße erfolgversprechendes Verhalten und Vermeidung von Erfolgshemmern!
Tipp: Fast jeder arbeitet mit To-do-Listen. Führen Sie zusätzlich eine Not-to-do-Liste ein, um dieses Gleichgewicht leichter zu finden.
Erfolgsfaktor 2: Teilen Sie echte Erfahrungen und Erlebnisse
Eine gute Führungskraft berichtet auch von ihren eigenen Erlebnissen. Sie sagt nicht nur, was der Mitarbeiter tun und lassen soll. Sie bringt an passender Stelle eigene Erfahrungen und Geschichten ein. Allerdings bitte ohne zu viel „Selbstbeweiherung“. Sprechen Sie auch über Situationen, die nicht zielführend waren und was Sie daraus gelernt haben. Fehler einzugestehen macht symphatisch.
Der Vorteil: Die Führungskraft wird authentisch. Für den Mitarbeiter ist sofort klar: „Hier kann ich noch etwas lernen!“ Denn hier ist ein Verkäufer, der wertvolle Erfahrungen weitergibt – nicht nur Lehrbuchwissen.
Tipp: Das heißt natürlich nicht, dass Sie Ihren Mitarbeitern laufend erzählen sollen, wie Sie es gemacht haben. Im Gegenteil: Lassen Sie Ihre Mitarbeiter möglichst immer selbst eine eigene Lösung für Herausforderungen finden. Mit Ihren Erlebnissen an der richtigen Stelle bieten Sie dem Mitarbeiter jedoch zusätzliche Identifikations-möglichkeiten.
Erfolgsfaktor 3: Schalten Sie einen Gang zurück
Vielleicht haben auch Sie langsam keine Lust mehr auf Erfolgsbeispiele aus dem Fußball. Eines muss aber noch sein, weil es hier so gut passt. Denken Sie einmal daran, was die häufigste Geste von Trainern ist, wenn auf dem Platz eine Krisensituation ausbricht, wenn die Mannschaft in Rückstand gerät oder wenn der Schiedsrichter eine Rote Karte zeigt:
Fast immer versucht der Trainer, seine Mannschaft zu beruhigen. Die Spieler sollen kopfloses Anrennen vermeiden, sondern mit kühlem Kopf zu den eingeübten Spielzügen zurückkehren.
Tipp: Das ist eine der wichtigsten Aufgaben für Sie als Führungskraft Ihrer Mitarbeiter im Verkauf: Bringen Sie Ruhe ins Spiel! Sorgen Sie dafür, dass Ihre Mitarbeiter ruhig bleiben, wenn es darauf ankommt, und überlegt das tun, was sich als erfolgreich erwiesen hat!
Checkliste: Sechs Regeln für Mitarbeiterentwicklung im Alltag
Als Führungskraft helfen Sie Ihren Mitarbeitern dabei, besser zu werden – und das nicht in einer abgeschotteten Seminarsituation, sondern jede Sekunde in der täglichen Zusammenarbeit. Diese Aufgabe meistern Sie noch sicherer, wenn Sie die sechs Grundregeln für erfolgreiche Mitarbeiterentwicklung im Alltag kennen.
- Regel 1: Legen Sie die Messlatte hoch
Verlangen Sie viel von Ihren besten Mitarbeitern. Formulieren Sie mit jedem ein übergeordnetes Ziel, das ihn motiviert und das er unbedingt erreichen will. Halten Sie an hohen Standards fest. Lassen Sie sich nicht von Ihren Anforderungen abbringen, die Sie an sich selbst und Ihre Mitarbeiter stellen. Nur so begleiten Sie Ihre talentiertesten Mitarbeiter zur Höchstform.
- Regel 2: Formulieren Sie eindeutig
Sagen Sie ganz klar, was Sie von Ihrem Mitarbeiter erwarten. Sagen Sie nicht einfach: „Ich will, dass Sie Ihre Ergebnisse verbessern.“ Beschreiben Sie konkret: „Ich will, dass Sie zum Ende des nächsten Quartals eine Umsatzsteigerung von 3 % erreichen.“ Lassen Sie den Mitarbeiter nicht allein, sondern erarbeiten Sie mit ihm gemeinsam, wie er diese Marke erreichen kann. Erklären Sie ihm, dass er mit jedem kleinen Erfolg den Abstand zwischen dem jetzigen Zustand und dem gewünschten übergeordneten Ziel verringern wird.
- Regel 3: Delegieren Sie die volle Verantwortung
Lassen Sie sich nie dazu verleiten, zu sagen: „Ich würde das so und so machen.“ Geben Sie die Problemlösung immer an den Mitarbeiter weiter. Formulieren Sie z.B. so: “Der von Ihnen angesetzte Zeitbedarf für das Projekt XY erscheint mir zu umfangreich. Wie können Sie den Ablauf so straffen, dass wir das Projekt bereits im Mai abschließen können?“ Bringen Sie den Mitarbeiter so dazu, selbst Lösungen zu finden.
- Regel 4: Erinnern Sie immer wieder an wichtige Ziele
Bei den Anforderungen, die die einzelnen Zwischenziele an den Mitarbeiter stellen, gerät er leicht in Gefahr, das Gesamtziel aus den Augen zu verlieren. Beschreiben Sie ihm bei jeder Besprechung noch einmal das Gesamtziel. Fragen Sie ihn, welcher nun folgende Schritt für ihn notwendig ist, um sich diesem Ziel zu nähern. So verliert er das eigentliche Ziel nie aus den Augen.
- Regel 5: Fordern Sie Verbindlichkeit
Am Ende der Besprechung gehen Sie mit dem Mitarbeiter alle Aufgaben, die Sie miteinander besprochen haben und die er bis zu Ihrem nächsten Treffen lösen muss, noch einmal durch. Lassen Sie sie vom Mitarbeiter schriftlich festlegen. Setzen Sie den Termin für das nächste Gespräch fest.
- Regel 6: Beweisen Sie Geduld
Zeigen Sie niemals Enttäuschung oder Ärger, wenn Ihr Mitarbeiter seine Aufgaben nicht gleich zu Ihrer vollkommenen Zufriedenheit löst. Geben Sie ihm die Zeit, die er braucht.













