Immer wieder gibt es Mitarbeiter im Team, die dauernd jammern und nörgeln. Die Wissenschaft zeigt: Das ist nicht nur nervend für die Kollegen und für Sie als Führungskraft – die Jammerei ist sogar schädlich fürs Gehirn!
Warum negative Gedanken nicht gut für das Gehirn sind
Kennen Sie die Mitarbeiter, die andauernd jammern und sich beschweren? „Immer dieser Stress und der Druck von oben!“ – „Immer diese schrecklichen Kunden, die einfach keine Ahnung haben und maßlose Wünsche haben!“ …
Als Führungskraft müssen Sie bei solchen Mitarbeitern aktiv werden, damit der Nörgler nicht die Stimmung vergiftet. Wie gefährlich das ist, zeigt eine Studie der Standford University: Einem nörgelnden Kollegen nur zuzuhören, kann den Stresslevel signifikant erhöhen. Danach können Jammern und der dadurch ausgelöste Stress sogar das Gehirn verändern, nämlich den Hippocampus zum Schrumpfen bringen.
Der Hippocampus ist eine zentrale Schaltstation im Hirn, die unter anderem für das Gedächtnis zuständig ist. Das heißt: Wer jammert und unter Stress steht, wird vergesslicher!“ Natürliche Folge: Die Arbeitsleistung nimmt ab, die Verkaufsergebnisse werden bei jammernden Mitarbeitern noch schlechter.
Extra-Tipp: Die Grundregel bei der Führung von Nörglern und Jammerern: Behandeln Sie diese Mitarbeiter niemals bevorzugt! Achten Sie darauf, dass Sie von den Problem-Mitarbeitern die gleiche Leistung einfordern. Sonst würde das negative Verhalten belohnt. Das wäre auch eine fatale Botschaft an die motivierten Mitarbeiter.
So gehen Sie vor, wenn ein Mitarbeiter jammert und nörgelt
Hinter chronischem Jammern und Nörgeln eines Mitarbeiters steht in der Regel eine von zwei Ursachen, bei denen Sie unterschiedlich vorgehen sollten:
Ursache 1: Der Nörgler will einen Schutzwall um sich bauen. Er will möglichst in Ruhe gelassen werden – möglicherweise, weil er Angst davor hat, bei neuen oder schwierigen Aufgaben zu versagen. Sein Kalkül, das häufig aufgeht: Wenn er nur genügend jammert und nörgelt, will keiner was von ihm. Der Chef gibt die Aufgaben lieber einem anderen, der sich nicht andauernd beschwert. Gewinnen Sie bei Vieraugengesprächen den Eindruck, dass der Jammerer zu diesem Typ gehört, stellen Sie sicher, dass er wegen seiner Jammerei nicht geschont wird. Sorgen Sie dafür, dass er die gleichen Aufgaben bekommt wie andere Teammitglieder. Er muss merken, dass seine Jammerei nicht das gewünschte Ziel erreicht.
Ursache 2: Immer wieder ist es aber auch genau andersherum und der Jammerer will gerade mehr Aufmerksamkeit. Er glaubt, durch sein Nörgeln könne er das Mitgefühl oder Zuneigung seiner Kollegen gewinnen. Ihre Führungsaufgabe: Sprechen Sie den Mitarbeiter klar darauf an. Geben Sie ihm das Feedback, dass er mies gelaunt wirkt und sich offenbar in einem Stimmungstief befindet. Fragen Sie ihn nach den Gründen. Fordern Sie konkrete und realistische Vorschläge von ihm ein, wie sich die Situation aus seiner Sicht verbessern lässt. Arbeiten Sie auch hier mit Terminen und Zielen. Stellen Sie dazu Fragen: „Was meinen Sie, wie und bis wann kann sich Ihre Stimmung wieder verbessern?“ So kann aus der festgefahrenen Jammer-Position ein Prozess werden, in dem sich etwas bewegt.













